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  • Ivo Riedi, SFS: «Wir schauen bei den Schnuppernden sehr genau, wie sie sich in ein Team integrieren.»

Ivo Riedi, SFS: «Wir schauen bei den Schnuppernden sehr genau, wie sie sich in ein Team integrieren.»

Interview mit Ivo Riedi

Tätigkeit: Leiter Berufliche Grundbildung
Arbeitgeber: SFS, Heerbrugg


Aus welchen Gründen soll sich eine Schülerin oder ein Schüler für eine Lehre bei SFS entscheiden?

Berufsbildung bei SFS hat eine Tradition von vielen Jahrzehnten und einen hohen Stellenwert. Seit 1970 absolvierten über 1’000 Lernende ihre berufliche Grundbildung bei SFS. Dass die Quote der Lehrabbrüche weit unter dem kantonalen Durchschnitt liegt und in den letzten Jahren oft alle Lernenden die LAP bestanden, sind weitere Gründe für eine Lehre im grössten Industrieunternehmen des St. Galler Rheintals.


Welche Eigenschaften sind für die Firma SFS bei Bewerbenden besonders wichtig?

Da sind einerseits Softskills wie Anstand, Zuverlässigkeit oder Durchhaltewillen, andererseits müssen natürlich die wichtigsten schulischen Fähigkeiten, die ein Beruf voraussetzt, erfüllt sein. Zudem schauen wir bei den Schnuppernden sehr genau, wie sie sich in ein Team integrieren.


Welches sind die häufigsten Fehler bei Bewerbungen, die Sie erhalten?

Grundsätzlich darf ich festhalten, dass die Bewerbungen, die wir erhalten, ein sehr hohes Niveau aufweisen. Deshalb fallen Fehler in einem Dossier auch besonders ins Gewicht. Es geschieht leider immer wieder mal, dass Bewerbungen unvollständig sind: es fehlen Zeugnisse, es werden keine Referenzpersonen angegeben oder deren Angaben sind unvollständig (Adresse, E-Mail, Telefonnummer).


Wann freuen Sie sich besonders auf das Lesen einer Bewerbung?

Immer dann, wenn jemand etwas anders macht als die anderen, dann möchte ich mehr über die Person erfahren. Dies kann eine besondere Verpackung sein, ein kreatives gestaltetes Titelblatt oder auch eine provozierende Frage. Natürlich gehören auch Motivationsschreiben, die in (sehr) gutem Deutsch verfasst sind, zu den Highlights. Nicht zu vergessen ist die Sprache der Bilder. In einer Bewerbung sind grundsätzlich nur wenige Bilder anzutreffen: ein Portrait gehört aber dazu. Ist dieses gut gelungen, freut man sich natürlich sehr darauf, mehr über die Person zu erfahren.


Sie waren viele Jahre Reallehrer und mittlerweile sieben Jahre in Ihrer Funktion bei SFS. Inwiefern haben sich die Jugendlichen aus Ihrer Sicht in den letzten Jahren verändert?

Grundsätzlich sind sie gleich gut oder schlecht wie alle anderen Generationen davor auch. Sie sind einfach anders: meine Generation konnte besser Kopfrechnen und französische Verben konjugieren, die heutigen Jugendlichen präsentieren in höherer Qualität oder sie kommunizieren besser in englischer Sprache. Ich würde mir aber wünschen, dass die heutigen Jugendlichen mehr eigene Erfahrungen sammeln und damit Verantwortung für ihr Tun übernehmen dürften.


Welche Rolle sollen die Eltern bei der Berufswahl übernehmen?

Eltern sind die Coaches ihrer Kinder während der Berufswahl. Sie interessieren sich, motivieren, stellen Fragen und sie begleiten ihre Kinder an Berufsausstellungen. Durch die Zuwanderung wachsen die Teile der Bevölkerung, die bildungsfern sind oder die duale Ausbildung der Schweiz nicht kennen, stetig. Deshalb müssen viele Lehrpersonen der Oberstufe bezüglich der Berufswahl die Begleitung der Jugendlichen anstelle der Eltern oder ergänzend übernehmen.


Das Interview wurde schriftlich geführt.

 

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